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Author: Waltraud

Ich hatte die Hütte für mich alleine gebucht. Nur meine Wenigkeit unter dem Palmweldel-Dach, bei dem die Baumeister großzügig über Ritzen und Spaltöffnungen hinweg gesehen hatten. Dem thailändischen Dschungel war das mit dem Einzelbelegung wurscht. Er lieferte ungefragt ein paar Mitbewohner dazu: Zwei streitlustige Eichhörnchen etwa, die sich Tag und Nacht am Dach fetzten. Dazu eine Fledermaus, die bei Einbruch

Mister Sem spricht wenig Englisch. Dafür hat er freundliche Augen und einen zwei Millimeter schmalen Oberlippenbart, so einen wie Rhett Butler ihn anno dazumal auch trug. Mr. Sem drückt sich auf Englisch nur wortweise aus, ganze Sätze gibt es nicht bei ihm. Hello. Good-bye. Water? You like? You before?  Letzere Frage –  „You before?“ – bezog sich auf meine Fähigkeiten, einen

Ich thronte auf meinem Meditationskissen, hochmotiviert die Beine zum Lotussitz verschränkt. Dann begann er zu singen – und mit einem Schlag war’s mit den guten Vorsätzen vorbei: Ich wollte auf der Stelle abhauen.  DAS sollte ich mir zehn Tage lang anhören? Diese Gejaule?! Satya Narayan Goenka, der indische Meditations-Guru, klang so gar nicht nach Ohm Shanti. Sein Gesang hatte eher was

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  Ich bin eine untreue Ratte, ich gebe es ja zu. Einfach ohne Lebenszeichen abzutauchen und den Blog 12 Monate lang zu ignorieren, ist nicht nett. Aber nach der Heimkehr gab's nichts Nennenswertes zu berichten, außer dass ich komplett neben mir stand. Ich nicht wusste, was ich schreiben sollte, weil ich die Gefühle, die in mir rumorten, nicht in Worte fassen

Neulich, als ich in Delhi im „Indira Gandhi Museum“ herumspazierte, jenem Haus, in der die ehemalige indische Premierministerin bis zu ihrem letzten Tag residierte, dachte ich: „Himmel, ich möchte dieses Land nicht regieren, auch nicht für viel Geld.“ Zum einen, weil so ein Tod durch Attentat nichts Schönes ist. Madame Gandhi wurde am 31. Oktober 1984 auf dem Weg in

  In einer Woche geht es nach Indien. Ein bisschen Delhi, Rajasthan, das Taj Mahal, Varanasi und dann runter in den Süden, nach Kerala. Einen Teil der Strecke wird mich eine Freundin besuchen. Auch wenn ich immer schreibe, dass ich gerne Einsiedlerkrebs bin: Für Indien gilt das nicht, da will ich nicht alleine hin. Zum einen wegen der Vergewaltigungen, von denen

        Laos und ich sind nicht wirklich Freunde geworden. Wobei, die Formulierung trifft die Sache noch nicht ganz. Die Wahrheit lautet: Ich habe nach 10 Tagen fluchend und entnervt alles hingeschmissen und bin nach Chiang Mai im Norden von Thailand geflohen. Das mag ein wenig überstürzt gewesen sein, aber es war gut so. Dabei ist das Land nicht schrecklich. Im Gegenteil. Ich

    Ich war reif für die Insel. Auch wenn’s mir keiner glaubt, das mit dem Weltreisen zehrt an den Kräften. Die tägliche Orientierungslosigkeit, der ständige Neubeginn („Wie funktioniert das hier der U-Bahn?“, „Wo krieg ich meine Wäsche gewaschen?“, „Wie sag ich noch mal: „Ich brauche ein SIM-Card?“)  – nach acht Monaten on the road schien mir eine Hängematte genau richtig. Dass

            Was ich jetzt sage, klingt für alle, die einem geregelten Job nachgehen, lächerlich. Aber seit Tokio dreht sich meine Welt zu schnell. Zwei Wochen an einem Ort sind einfach zu wenig. Ich fühle mich gestresst. Schon in der Früh hab ich einen Kloß im Hals, weil ich weiß: Das geht sich alles nicht aus, mein Hirn kommt nicht mehr hinterher

    Irgendwie scheint Australien der Nabel der Welt zu sein. Nicht nur dass ich in Sydney so viele Freunde von Freunden getroffen habe, dass es schon fast in Sozialstress ausgeartet ist. Dieser Tage, wenn ich bereits in Tokio bin, wird eine liebe Freundin aus Wien am fünften Kontinent aufschlagen. Wir verpassen uns nur knapp. „Was muss ich sehen?“, hat sie mich am

        Ich hab’s gerne ruhig. Wenn man mit drei Geschwistern aufwächst, die jederzeit ins Zimmer stürmen können, um einen zu verhauen oder sonst irgendwie im Tagträumer-Modus zu stören, dann wird einem ein stilles Kämmerchen heilig. Das geht sogar soweit, dass ich vor Jahren einen Mann dazu genötigt habe, eine Rigips-Wand in jenem Liebesnest aufzuziehen, das wir gemeinsam bezogen hatten. Die Wohnung

    Vor Beginn dieser Weltreise habe ich mein Testament gemacht. Nicht, weil ich vorhabe, demnächst abzutreten. Im Gegenteil. Ich lebe sogar ziemlich gern. Aber man weiß ja nie, was einem so passiert. Das hat weniger mit einer düsteren „Das Glas-ist-halb-leer“-Anschauung zu tun als mit einer Milchmädchenrechnung. Okay, alle, die mich besser kennen wissen, dass ich ein Blitzgneißer in Sachen Zahlen bin.

              Ich hab’s angekündigt. Und ich hab’s getan. Ich bin ins Heilige Land gefahren. Nein, nicht nach Jerusalem. Da war ich schon mal vor sechs Jahren, um an der Klagemauer ein paar Wünsche zu deponieren (danke ans Universum an dieser Stelle, hat wunderbar geklappt!). Ich weiß noch, als ich meinen vollgekritzelten Zettel endlich in die Ritzen der Steinmauer stopfen konnte, ist

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