Top

Meine 1. Weltreise

Neulich, als ich in Delhi im „Indira Gandhi Museum“ herumspazierte, jenem Haus, in der die ehemalige indische Premierministerin bis zu ihrem letzten Tag residierte, dachte ich: „Himmel, ich möchte dieses Land nicht regieren, auch nicht für viel Geld.“ Zum einen, weil so ein Tod durch Attentat nichts Schönes ist. Madame Gandhi wurde am 31. Oktober 1984 auf dem Weg in

  In einer Woche geht es nach Indien. Ein bisschen Delhi, Rajasthan, das Taj Mahal, Varanasi und dann runter in den Süden, nach Kerala. Einen Teil der Strecke wird mich eine Freundin besuchen. Auch wenn ich immer schreibe, dass ich gerne Einsiedlerkrebs bin: Für Indien gilt das nicht, da will ich nicht alleine hin. Zum einen wegen der Vergewaltigungen, von denen

        Laos und ich sind nicht wirklich Freunde geworden. Wobei, die Formulierung trifft die Sache noch nicht ganz. Die Wahrheit lautet: Ich habe nach 10 Tagen fluchend und entnervt alles hingeschmissen und bin nach Chiang Mai im Norden von Thailand geflohen. Das mag ein wenig überstürzt gewesen sein, aber es war gut so. Dabei ist das Land nicht schrecklich. Im Gegenteil. Ich

    Ich war reif für die Insel. Auch wenn’s mir keiner glaubt, das mit dem Weltreisen zehrt an den Kräften. Die tägliche Orientierungslosigkeit, der ständige Neubeginn („Wie funktioniert das hier der U-Bahn?“, „Wo krieg ich meine Wäsche gewaschen?“, „Wie sag ich noch mal: „Ich brauche ein SIM-Card?“)  – nach acht Monaten on the road schien mir eine Hängematte genau richtig. Dass

            Was ich jetzt sage, klingt für alle, die einem geregelten Job nachgehen, lächerlich. Aber seit Tokio dreht sich meine Welt zu schnell. Zwei Wochen an einem Ort sind einfach zu wenig. Ich fühle mich gestresst. Schon in der Früh hab ich einen Kloß im Hals, weil ich weiß: Das geht sich alles nicht aus, mein Hirn kommt nicht mehr hinterher

    Irgendwie scheint Australien der Nabel der Welt zu sein. Nicht nur dass ich in Sydney so viele Freunde von Freunden getroffen habe, dass es schon fast in Sozialstress ausgeartet ist. Dieser Tage, wenn ich bereits in Tokio bin, wird eine liebe Freundin aus Wien am fünften Kontinent aufschlagen. Wir verpassen uns nur knapp. „Was muss ich sehen?“, hat sie mich am

        Ich hab’s gerne ruhig. Wenn man mit drei Geschwistern aufwächst, die jederzeit ins Zimmer stürmen können, um einen zu verhauen oder sonst irgendwie im Tagträumer-Modus zu stören, dann wird einem ein stilles Kämmerchen heilig. Das geht sogar soweit, dass ich vor Jahren einen Mann dazu genötigt habe, eine Rigips-Wand in jenem Liebesnest aufzuziehen, das wir gemeinsam bezogen hatten. Die Wohnung

    Vor Beginn dieser Weltreise habe ich mein Testament gemacht. Nicht, weil ich vorhabe, demnächst abzutreten. Im Gegenteil. Ich lebe sogar ziemlich gern. Aber man weiß ja nie, was einem so passiert. Das hat weniger mit einer düsteren „Das Glas-ist-halb-leer“-Anschauung zu tun als mit einer Milchmädchenrechnung. Okay, alle, die mich besser kennen wissen, dass ich ein Blitzgneißer in Sachen Zahlen bin.

              Ich hab’s angekündigt. Und ich hab’s getan. Ich bin ins Heilige Land gefahren. Nein, nicht nach Jerusalem. Da war ich schon mal vor sechs Jahren, um an der Klagemauer ein paar Wünsche zu deponieren (danke ans Universum an dieser Stelle, hat wunderbar geklappt!). Ich weiß noch, als ich meinen vollgekritzelten Zettel endlich in die Ritzen der Steinmauer stopfen konnte, ist

  Erst dachte ich, ich hätte mich verhört. Was nicht groß verwunderlich wäre, immerhin kommt mein Spanisch nicht nur den Argentiniern spanisch vor. Aber mittlerweile dämmert mir: In Buenos Aires rennt offenbar wirklich jeder zum Psychotherapeuten. „Ich muss los, ich habe gleich Analyse,“ höre ich einmal pro Tag, wenn nicht öfter. Im Supermarkt. Von Passanten am Handy. In der U-Bahn. Neulich

Warum Hawaii? Was hat dich hierher gebracht ? Diese Frage wird jedem hier gestellt, egal ob man Tourist oder Zugewanderter ist. Nicht etwa, weil alle so neugierig wären. Aber der Aloha-State ist nun Mal verdammt weit weg vom Schuss. Klein wie ein Fliegenschiss, auf der Landkarte kaum erkennbar, und ein wenig verloren treiben die acht Hawaii-Inseln im pazifischen Ozean. Die Hauptstadt

Heute habe ich mit meiner Mutter telefoniert. „Auf deinem Blog entdecke ich seit Wochen nichts Neues“, hat sie irritiert gemeint. „Hast du wirklich seit San Francisco nichts mehr gepostet oder checke ich das mit dem Internet mal wieder nicht?“. Dazu muss man wissen: Meine Mutter steht ein wenig auf Kriegsfuß mit der digitalen Welt. Der Doppelklick stresst sie. Und den

„Sag mal, was machst du eigentlich den ganzen Tag?“,  hat mich neulich eine Freundin via Skype gefragt. „Nun ja, ich laufe viel herum, lasse mich treiben.“ Unzufriedenes Grummeln am anderen Ende. „Aber so groß ist San Francisco jetzt auch wieder nicht. Die Stadt hat mit 800.000 Einwohnern weniger als Wien, habe ich gelesen.“ „Ja, aber sie ist flächenmäßig größer. Und hügelig. Und neulich

In der Schule gab es drei Lehrfächer, die mein Hirn sofort außer Gefecht gesetzt haben: Mathematik, Physik und Chemie. Keine Ahnung, was es damit auf sich hat, aber Zahlen lösen bei mir ein geistiges Vakuum aus. Ich sehe sie zwar, aber ich kann sie nicht verstehen. Kommen dann auch noch abstrakte Begriffe hinzu, also Dinge, die man nicht freiem Auge

You don't have permission to register