Top

Thailand Tag

Ich hatte die Hütte für mich alleine gebucht. Nur meine Wenigkeit unter dem Palmweldel-Dach, bei dem die Baumeister großzügig über Ritzen und Spaltöffnungen hinweg gesehen hatten. Dem thailändischen Dschungel war das mit dem Einzelbelegung wurscht. Er lieferte ungefragt ein paar Mitbewohner dazu: Zwei streitlustige Eichhörnchen etwa, die sich Tag und Nacht am Dach fetzten. Dazu eine Fledermaus, die bei Einbruch

Mister Sem spricht wenig Englisch. Dafür hat er freundliche Augen und einen zwei Millimeter schmalen Oberlippenbart, so einen wie Rhett Butler ihn anno dazumal auch trug. Mr. Sem drückt sich auf Englisch nur wortweise aus, ganze Sätze gibt es nicht bei ihm. Hello. Good-bye. Water? You like? You before?  Letzere Frage –  „You before?“ – bezog sich auf meine Fähigkeiten, einen

Ich thronte auf meinem Meditationskissen, hochmotiviert die Beine zum Lotussitz verschränkt. Dann begann er zu singen – und mit einem Schlag war’s mit den guten Vorsätzen vorbei: Ich wollte auf der Stelle abhauen.  DAS sollte ich mir zehn Tage lang anhören? Diese Gejaule?! Satya Narayan Goenka, der indische Meditations-Guru, klang so gar nicht nach Ohm Shanti. Sein Gesang hatte eher was

  In einer Woche geht es nach Indien. Ein bisschen Delhi, Rajasthan, das Taj Mahal, Varanasi und dann runter in den Süden, nach Kerala. Einen Teil der Strecke wird mich eine Freundin besuchen. Auch wenn ich immer schreibe, dass ich gerne Einsiedlerkrebs bin: Für Indien gilt das nicht, da will ich nicht alleine hin. Zum einen wegen der Vergewaltigungen, von denen

    Ich war reif für die Insel. Auch wenn’s mir keiner glaubt, das mit dem Weltreisen zehrt an den Kräften. Die tägliche Orientierungslosigkeit, der ständige Neubeginn („Wie funktioniert das hier der U-Bahn?“, „Wo krieg ich meine Wäsche gewaschen?“, „Wie sag ich noch mal: „Ich brauche ein SIM-Card?“)  – nach acht Monaten on the road schien mir eine Hängematte genau richtig. Dass

You don't have permission to register